Walthari
 
 

Bürgergesinnung
für eine künftige Zivilgesellschaft


19. Februar 2008 

Epochentext
Demütiger Odysseus

»Siehe, kein Wesen ist so eitel und unbeständig
Als der Mensch, von allem, was lebt und webet auf Erden.
Denn solange die Götter ihm Heil und blühende Jugend
Schenken, trotzt er und wähnt, ihn treffe nimmer ein Unglück.
Aber züchtigen ihn die seligen Götter mit Trübsal, 
Dann erträgt er sein Leiden mit Ungeduld und Verzweiflung.
Denn wie die Tage sich ändern, die Gott vom Himmel uns sendet,
Ändert sich auch das Herz des erdebewohnenden Menschen.
Siehe, ich selber war einst ein glücklicher Mann und verübte
Viel Unarten, vom Trotz und Übermute verleitet,
Weil mein Vater mich schützte und meine mächtigen Brüder.
Drum erhebe sich nimmer ein Mann und frevele nimmer,
Sondern genieße, was ihm die Götter bescheren, in Demut!«

Homer: Odyssee; XVIII. Gesang, 129 ff.
© WALTHARI. Aus: www.walthari.com
 


1. Februar 2008

Scham zwischen Verachtung und Mißbrauch

Von Univ.-Prof. Dr. E. Dauenhauer 

Undenkbar, daß eine abendliche Fernsehrunde Scham zum Thema hätte. Gelächter schon bei der Ankündigung. Die Einschaltquote wäre gering, der Sender hätte Schwierigkeiten, auf der fast geschlossenen Liste gewohnheitsmäßig Einzuladender geeignete Persönlichkeiten zu finden. Benimmt man sich doch auch medienöffentlich so, wie es zum gesellschaftlichen Ton geworden ist: forsch, rechthaberisch, ohne den geringsten Anflug von Selbstbescheidung. Wer Fehler und Schwächen zugibt, gilt in unserer Gesellschaft, in Politik und Medienöffentlichkeit als Schwächling und Moraltrottel, der von niemanden ernst genommen und von jedermann für verwendungsuntauglich gehalten wird: im Beruf, schon in der Schule, überall. Bereits an der Ladenkasse wird er belächelt. Der Immer-im-Recht-Typ beherrscht allerorten die Szene und hält sein Anspruchsdenken mit Du-Neigung unentwegt im pathologischen Kreisverkehr, im Wechsel zwischen Empörung und Siegerlaune. Damit kommt man am weitesten, wenn man das Durchsetzungsverhalten zusätzlich mit Ab- und Ausfälligkeiten im rechten Augenblick würzt. Das haben mittlerweile fast alle gelernt, von der Schule als erstem Trainingsplatz und bis ganz hinauf zum... Für Mentalitätsforscher war es ein untrügliches Epochensignal von hoher Aussagekraft, als der Fraktionsvorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion kürzlich von sich gab: »Die kann mich mal« (Näheres vgl. Teil 2 der Artikelserie ›Moralpause: Wahlkämpfer im Parteienstaat‹, in diesem WALTHARI-Portal). Selbst verbaler Fäkalduft führt nicht mehr zur Bürgerabwehr, man ist ihn offenbar gewohnt. 

Robert Spaemann erinnerte 2005 in einem Schamartikel an die antike Tragödie ›Philoktetes‹, die der neunzigjährige Sophokles schrieb, um den Athenern die Wahl zwischen Scham und Ehre (bzw. gutem Gewissen) vor Augen zu führen. In der Mythologie hatten die Griechen auf dem Weg nach Troja Philoktet auf der Insel Lemnos ausgesetzt, weil ihnen seine übelriechende Wunde unerträglich schien. Damit er überleben konnte, überließen sie ihm für die Jagd den wundertätigen Bogen des Herakles. In Troja angekommen, mußten sie feststellen, daß ohne diesen Bogen die Stadt nicht zu erobern war. Der Sohn des Achilles, Neoptolemos, wurde zu Philoktet zurückgeschickt, und es begann ein Schamdrama, das der listenreiche Odysseus inszenierte. Diese Urgeschichte der Scham (gr. aiskynä, lat. pudor) enthält alle Facetten der Verstellung, Selbstüberlistung und Moralabstinenz samt Folgen. Was Spaemann beunruhigt, ist weniger die »verbreitete Schamlosigkeit«, wie sie immer schon zu beobachten war. »Das Neue liegt darin, daß die Maßstäbe selbst in Frage gestellt werden. Nicht dass sich mehr Menschen schamlos benehmen, ist das Beunruhigende, sondern dass der Wert von so etwas wie Scham grundsätzlich bezweifelt wird. Oder wenn nicht bezweifelt, so doch reduziert auf einen biologischen oder sozialen Nutzen. Eine funktionale Erklärung von Sittlichkeit aber ist immer schon deren Demontage, weil sie gleichbedeutend ist mit der Öffnung der Suche nach funktionalen Äquivalenten. Darüber hinaus aber mit der Öffnung für Abwägungen von der Art, wie Odysseus sie dem Neoptolemos vorschlägt. Es geht schliesslich um den Sieg der Griechen. Da muss die Scham schon einmal zurücktreten.« 

Worin liegt nun der hohe ethische und damit gesellschaftliche Stellenwert der Scham? Als eine gewissenserforschende Anregung des Sichzurücknehmens und Insichkehrens stellt sie eine Hemmschwelle und zugleich eine Selbstbesinnung dar. Der Schamerfüllte überdenkt nicht nur vollzogene Handlungen, er sperrt sich auch gegen unvertretbare Handlungen jetzt und in Zukunft. Scham ist ein innerer Schmerz, der das Gewissen mobilisiert und nicht anderen die Schuld für Fehlhandlung gibt, sondern allein sich selber. Sie ist daher ein Geburtshelfer der Verantwortungsethik, über welche die Gesinnungsethiker zwar viel reden, sie aber selten beachten. Im Unterschied zum Gewissen, das urteilt, ist Scham ein gefühlsbesetztes und daher besonders starkes Bollwerk gegen die Versuchung, die Selbstkontrolle zu verlieren. Es bedurfte der hochentwickelten List Odysseus’, die Schambarriere des Neoptolemos zu überwinden – ein klassischer Fall von pseudomoralischer Instrumentalisierung: »Doch herrlich ist der sichere Besitz des Sieges. Ertrage es! Später wieder erscheinen wir gerecht«, heißt es im Sophoklesstück. 

Dieser Zynismus ist auch heutzutage der Garant schamfreier Zonen. Die so denken, haben sich einer psychischen Relaisstation entledigt, die wesentlich zum Humanum gehört, weil an diesem Relais das »personale Selbstsein« (Spaemann) ethisch gecheckt wird: Kann ich so handeln? Soll ich das sagen? Mit dem gängigen Zynismus laufen Karrieren allerdings glatter. Das läßt sich geschichtlich reichlich belegen (Heinrich VIII. & Co.). Skrupel wird in politischen und militärischen Spitzenpositionen seit je als hinderlich empfunden. Und das nicht nur an der Spitze, sondern auch unten. 1946 erzählte mir (ich war gerade elf Jahre alt) ein todkranker, ehemaliger SS-Totenkopf-Soldat, wie er im Krieg darauf trainiert worden war, Haustiere mit bloßen Händen zu töten, ohne Empfindungen zu zeigen. Läßt sich Scham abtrainieren? Zumindest verdrängen, wie ein Blick auf...

Die schamfreien Zonen in Politik, in den Medien, im Arbeitsleben und im Alltag nehmen zweifellos zu. Sie erzeugen drei Effekte: Sittenverderbnis, kollektiv-pathologische Kompensation und Stumpfheit gegenüber einer Schamform, die lebensphilosophisch von höchster Bedeutung ist. Die erste Auswirkung ist nicht weiter erläuterungsbedürftig; das Struck’sche Epochensignal hat von oben her die gesellschaftliche Landschaft blitzartig beleuchtet. Auch der zweite Effekt verwundert nicht: Verdrängte Urgefühle verschaffen sich Kompensation. Der massenhafte Schamverlust hat einen kollektiven Schamkult erzeugt, der in Deutschland pathologische Züge angenommen hat. Denn Scham ist ein sehr persönlicher Gefühlsausdruck. Kollektivscham würde ein Kollektivsubjekt voraussetzen, das wie der Einzelne ein Gewissen haben müßte. Sowenig es ein Kollektivgewissen gibt, so wenig kann es eine Kollektivscham geben, weil kein gefühlsorganisches Kollektivsubjekt existiert. Man kann sich zwar gemeinsam für etwas schämen, aber die Scham bleibt auch dann stets ein persönlicher Affekt. Die vielen Gedenkveranstaltungen, -tage usw. zielen darauf ab. Da sie sich aber zu kultischen Automatismen entwickelt haben, zelebriert von Repräsentanten, kommt es nicht mehr zu der beabsichtigten persönlichen Betroffenheit unter Vielen. Der Schamkult ist zur Routine geworden. Dieser Prozeß nimmt mit der Dichte zu und verstärkt rückwirkend den persönlichen Schamverlust als Kontra-Kompensation. Deutschland ist für dieses Wechselspiel weltgeschichtlich und global-modern ein einzigartiger Fall. Offiziell und nach außen zeigt sich das Land als mustergültiges Schamland (mit moralisierendem statt interessengeleitetem Politikgebaren), gesellschaftsintern wuchern die schamlosen Zonen von den Schulhöfen bis hinauf zu...

Die dritte Auswirkung wird kaum wahrgenommen. Was ist gemeint? Gewöhnlich schämt man sich für etwas. Scham ist also intentional, auf etwas Bestimmtes bezogen, das man falsch gemacht hat und bereut. Sie kommt außerdem nur zustande angesichts einer Instanz, vor der man schlecht aussieht. Das kann Gott, die Familie usw. sein, aber auch das eigene Ich mit einem unverdorbenen Anstandsgefühl und intaktem Gewissen. Vor diesen Instanzen fühlt sich der Schamerfüllte bloßgestellt, ertappt, blamiert. Verletzt wird dabei nicht allein eine Norm (ein Gebot, Gesetz usw.), schmerzlicher wird meist der eigene Ehrschaden empfunden. Die ›Schande‹ ist dann doppelt, einmal draußen, zum andern im Innern. Bei krankhaftem Schamempfinden (schüchtern aus Ich-Schwäche) und übertriebenem Ehrgefühl kommt es zu den bekannten Vorfällen. In all diesen Fällen muß es einen konkreten Anlaß geben, worumwillen man sich schämt. 

Daneben gibt es aber auch Scham als anhaltendes, anlaßentkoppeltes Grundgefühl, das Lebensphilosophen, tiefgläubige Menschen, erstaunte Forscher, ergriffene Künstler, kurz: alle auszeichnet, die angesichts der Verhältnisse, wie sie sind, zwischen Ehrfurcht und Schmerz hin- und hergerissen werden. Die Empfindungsskala reicht von Freude und Dankbarkeit einerseits bis zur Trauer über die Unbegreiflichkeit dieser Welt andererseits. Den vom dauer-aiskron befallenen Menschen ist eine gewisse Scheu und feinfühlige Dezenz eigen, sie drängen sich nicht ins Rampenlicht, und wenn es sich nicht vermeiden läßt, geben sie sich bescheiden (vgl. den Eintrag in diesem WALTHARI-Portal). Es macht ihnen wenig aus, daß sie dann falsch eingeschätzt werden, denn nicht trotz aller Schamhaftigkeit, sondern gerade infolge von deren Klarsichtigkeit... 

Homers ›Ilias‹ spricht von Menschen mit der »Scheu, etwas zu tun, was häßlich ist« – die literarische Urformel charakterlichen Adels. Der sich so Schämende braucht keine besonderen Anlässe (Untaten), um in sich zu gehen. Er vermeidet das Verwerfliche auch nicht primär aus Angst vor Schande. Vielmehr...

Von Heraklit bis zu Lebensphilosophen unserer Tage herrscht die Meinung vor, daß zu diesem schamimprägnierten Grundgefühl nur »die Wenigen« fähig sind. Sowohl bei Aristoteles als auch bei Ernst Jünger besteht darüber nicht der geringste Zweifel. Unter Historikern gilt es außerdem als bewiesen, daß dem realen Untergang von Gesellschaften und Staaten ein allgemeiner Schamverlust vorausgeht. Wer Juvenal las, hätte deshalb wissen können, was dem Imperium Romanum bevorstand. Auch schon in Griechenland gab es Warnungen zuhauf, so bei Demokrit (»sich hüten vor Schimpflichem«) und Platon (»das Angemessene tun«). An der Schamkultur (nicht am Schamkult) kann man erkennen, wie es um den Einzelnen, um die Gesellschaft und den Staat steht. »Aidos, die sittliche Scheu« (Chrysipp) versus Fäkaldüfte (»Die kann mich mal«). Wer hätte heutzutage noch »Angst aus besorgter Verachtung« (Kant, I.: ›Anthropologie‹,  § 76), wenn er so umstands- wie anstands- und sanktionslos sich schamlos benehmen kann?
© WALTHARI®, ausgenommen die Originalzitate. Aus:  www.walthari.com

Weiterführend: ›Weisheitliche Lebensführung‹,
Näheres unter Fenster Sachbücher in diesem WALTHARI-Portal






28. Oktober 2007 

Auf der Suche nach dem verlorenen Sie
in Zeiten der Du-Seuche

Von Erich Dauenhauer

Ein epochaler gesellschaftlicher Bruch ist zu registrieren, dessen Anfangsrisse vor etwa dreißig Jahren erkennbar wurden und der sich mittlerweile zu einer veritablen Kontinentaldrift in der globalen Sprachlandschaft entwickelt hat. War einst das Du den Nahverhältnissen der Familie und Freundschaft, den Künstler-, Medien- und Sportgruppen vorbehalten, so hat es heutzutage auf breiter gesellschaftlicher Front die Herrschaft angetreten, so rigoros wie gedankenlos, alles einebnend und mit wenig Respekt vor Unterschieden, die dem Einzelnen Luft und Selbstachtung lassen. In der Welt der rasch dahingeplapperten Vornamen, des zischenden Tschüß und der ballernden Hallos gerät das Sie als Distanzwahrer in eine Minderheitsposition, über die selbst in aufgeklärten Gesellschaften der Geruch des Außenseitertums verbreitet wird. So haben sich die Verhältnisse verkehrt. Normalität wird ins Exzentrische umgemünzt und im Brei der wabernden Du-Gemeinschaft an den Rand gedrängt. Aus der differenzierenden Trias der Ansprechformen brach zuerst das wohlig-respektierende Euch (gegenüber älteren, aber vertrauten Menschen außerhalb der Familie) weg, nun geht es dem Sie an den angeblichen Stehkragen, so daß wir bald in einer vollkommenen Hallo-Du-Tschüß-Volksgemeinschaft leben dürfen, in welcher...

Worin besteht der Schaden? Bei Helmuth Plessner konnte man schon vor Jahrzehnten die kommende Verlustbilanz studieren. In seiner philosophischen Anthropologie gehört die »Sehnsucht« nach einem persönlichen Schutzraum zur Conditio humana. Nicht jedermann darf einem auf den Leib rücken, allein schon deshalb nicht, um die Leibbedrücker anzuhalten, sich anständig zu benehmen. Dem Du entgleitet die soziale Hygiene schneller als dem Sie, welches zu Abstand und Anstand animiert. In Heft 20 der Literaturzeitschrift WALTHARI heißt es, daß ein »zwischenmenschlicher Mindestabstand« vor »rigoristischen Zugriffen und schambesetzten Selbstentblößungen schützt und ... Aggressionen minimiert« (S. 78). Was in der Küßchen-Branche und unter Parteigenossen du-glatt so leicht in Skandale führt, taugt nicht zum Normalumgang unter selbstbewußten Bürgern.

Wie es im Zeitalter der Du-Seuche zugeht, erlebt man täglich im Fernsehen, im Beruf, im Krankenhaus, im Sport, auf Bahnreisen usw. »Na, wie geht’s uns, Opa«, hört man Pflegerinnen allmorgendlich lautstark sagen, um, ohne eine Antwort abzuwarten, in den Du-Jargon einzuschwenken. Bis zu den sittenbespuckenden Achtundsechzigern, die sich nach ihren Kultur- und Politikvertrampelungen adelsfein herausgeputzt haben (auf toskanischen Landgütern, im lukrativen Beratungs- und Uni-Schaugeschäft usw.), pflegten Studierende ganz selbstverständlich den Sie-Umgang. Heute poltern Erstsemester gegenüber Seniorstudenten auf tiefem Du-Niveau los. Nur noch Spuren vom Zauber der Dezenz und des feinfühligen Takts... »Permissive Nähe wird in den Medien als vorgeblicher Emanzipationsgewinn vor-exerziert...« (WALTHARI-Heft 20). Von den Hochformen des Begegnungseros’ haben sich Wohlstandsgesellschaften verabschiedet. Die glückvollen Formen der Achtungsdistanz und anspielungsreichen Indirektheiten aus Herzensbildung finden nicht einmal mehr in Romanen...
© WALTHARI® – Aus:  www.walthari.com

Weiterführend: ›Weisheitliche Lebensführung‹, 
Näheres unter Fenster Sachbücher in diesem WALTHARI-Portal


Bürgerfreundlich? 

Am 9. Mai 2007 richtete ich an den Ortsbürgermeister meiner Heimatgemeinde folgendes Schreiben:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

wie Sie wissen, gibt es in unserer Gemeinde seit Wochen keine Poststelle mehr. Wenn also ein Bürger Ihrer Ortsgemeinde ein Einsschreiben aufgeben oder Geld bei der Postbank abheben möchte, muß er in einen Nachbarort fahren – insbesondere für viele ältere Menschen ein unzumutbarer Zustand.
Meine Anfrage bei der Deutschen Post fiel unbefriedigend aus (vgl. die beigefügte Kopie). Wäre es nicht an der Zeit, daß Sie als Bürgermeister von Amts wegen tätig werden und auf den Unmut der Bürger sowie auf die Gesetzeslage hinweisen?...

Mit freundlichem Gruß
Univ.-Prof. Dr. E. Dauenhauer 

Das Schreiben wurde nicht beantwortet. Eine Nachfrage beim Bürgermeisteramt ergab, daß der Brief dem Bürgermeister vorgelegt wurde.

Am 20. Dezember 2007 erreichte ein Schreiben mit dem Absender des gleichen Ortsbürgermeisters die »lieben Mitbürgerinnen und Mitbürger« seiner Gemeinde. Darin bezeichnet er den Ort als »ein Heimatdorf, in dem wir gerne leben und unsere Zukunft sehen«. Obschon nur der Ortsbürgermeister als Absender firmiert, werden auch die beiden Beigeordneten am Ende als Mitschreiber aufgeführt. Zwischen der Ich- und Wir-Form wird hin- und hergewechselt, so am Schluß in unmittelbarer Satzfolge: »Wir konnten... Ich möchte mich... Wir sind hoch motiviert...« 

Das auch ansonsten in der Form und noch mehr in der Sache bemerkenswerte Schreiben hat die Qualität, zu einem Dokument der Zeitgeschichte zu werden. »Machen Sie mit und unterstützen Sie uns!« heißt es. Sic! 
© Univ.-Prof. Dr. E. Dauenhauer, ausgenommen Originalzitate. Aus: www.walthari.com

Wird fortgesetzt.


24. Oktober 2007

Teil 17
Prohairesis – eine vernachlässigte Tugend 
– Ethisch abwägendes Streben als bürgergesellschaftliche Aufgabe –

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Bisher erschienene Artikel:
  • Gelassenheit
  • Redlichkeit
  • Bescheidenheit
  • Standhaftigkeit
  • Besonnenheit
  • Tapferkeit
  • Dankbarkeit
  • Tiefer Richtungssinn 
  • Privatheit und Askese
  • Hochherzigkeit
  • Dezenz
  • Bedürfnisbeschränkung
  • Klugheit
  • Hexis / Habitus
  • Torheit als Tugend
  • Das Geziemende, Angemessene
  • Prohairesis - eine vernachlässigte Tugend